Die Sektion Schulpsychologie im Berufsverband (BDP)

Diese Seite wurde auf Wunsch des Vorstandes der Sektion Schulpsychologie im BDP eingerichtet.


Auch im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ist die Schulpsychologie vertreten: Website der Sektion. Sie vertritt die Interessen der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in Deutschland und informiert zu aktuellen fachlichen Themen. Auch der im Zweijahresrhythmus stattfindende Bundeskongress wird von der Sektion ausgerichtet.

Im Folgenden beantworten Kolleginnen und Kollegen die Frage, weshalb sie eine Mitgliedschaft für sinnvoll und berufspolitisch wichtig halten.

Angela Seewald, Leverkusen, Landesbeauftragte von Nordrhein-Westfalen


"Tot Geglaubte leben länger…
Als ich 1990 meine erste Stelle als Schulpsychologin antrat, war das demographische Gefälle riesengroß, es gab kaum Schulpsychologen, die jünger als 45 Jahre alt waren.
Düster auch die Zukunftsaussichten: Stellenstreichungen, Kann-Wegfallen-Vermerke, ein schleichendes Aussterben der Schulpsychologie.
Ohne die engagierte Arbeit der Berufsverbände, die trotz alledem hartnäckig für den Erhalt und Ausbau der Stellen gekämpft haben, wären wir als Berufsgruppe heute wahrscheinlich ein lebendes Fossil.
Umso erfreulicher die positive Entwicklung der letzten vier Jahre. In altersheterogenen Teams weht der frische Wind, den die „Neuen“ in den Höhen und Tälern der „uralten Gebirge aus Erfahrung“ entfachen.
Dies zu erhalten, weiter zu streiten und die gemeinsame Schaffensbasis zu sichern und auszubauen wäre schon Motiv genug, sich im BDP zu engagieren, selbst wenn man sich den Spaß wegdenkt, den die gemeinsame Arbeit macht."

Prof. Dr. Detlef Berg, Bamberg


"Ich bin im BDP, um dort in der Sektion Schulpsychologie zu sein.
Obwohl Bildung, und damit auch Schulpsychologie, Ländersache ist, braucht die Schulpsychologie eine starke länderübergreifende Vertretung, um im Interessengedröhn hörbar zu sein.
Lobbyismus gehört zu unserem politischen System, weil die Themen zu umfangreich sind, um vom einzelnen Politiker noch überschaut werden zu können. Er muss wissen, wen er ansprechen kann, wenn er zu einem Themenbereich eine Frage hat und er muss hin und wieder daran erinnert werden, dass es Themen, wie die Schulpsychologie gibt, um die er sich als Politiker kümmern müsste.
Schulpsychologie braucht eine Lobby, weil das Problembewusstsein in der Politik in Sachen Schulpsychologie eher gering ausgebildet ist. Dass viele Politiker Lehrer und Lehrerinnen sind, die nicht immer a priori positiv zur Schulpsychologie eingestellt sind, macht diese Notwendigkeit nur noch dringender.
Lobbyarbeit kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Sprecher / die Sprecherin sich auf eine ansehnliche Anzahl von Personen berufen kann, deren Interessen er / sie vertritt. Für Lobbyarbeit wird auch Geld benötigt, das kommt nur über Mitgliederbeiträge zusammen.
Gar nicht unterschätzt werden kann die Bedeutung der regelmäßig von der Sektion Schulpsychologie im BDP ausgerichteten Bundeskonferenzen für Schulpsychologie: Sichtbarkeit nach außen, Präsenz in den Medien, Ermöglichung des Gedankenaustauschs zwischen Schulpsychologen aus verschiedenen Bundesländern: Anregungen für die eigene Arbeit, Rückmeldung über eigene vorgetragene Ideen, Gedankenaustausch zwischen Wissenschaftler/inne/n und Praktiker/inn/en.
Der einzelne Schulpsychologe kann für seinen Berufsstand und für seine persönlichen beruflichen Anliegen wenig tun, weil er den Dienstweg einhalten muss und der ist in der Regel voller Sackgassen und Tretminen.
Deshalb ist die Sektion Schulpsychologie im BDP unverzichtbar und sollte von möglichst vielen Praktiker/inne/n und Wissenschaftler/inne/n über eine Mitgliedschaft gestärkt werden."

Prof. Dr. Rainer Dollase, Bielefeld


"Ich habe nicht nur Interesse an der Forschung, sondern auch daran, dass die Erkenntnisse der Pädagogischen Psychologie in die Bildungs- und Schulpolitik einfließen. Um dieses Ziel zu erreichen, bin ich vor vielen Jahren in den Berufsverband  und in die Sektionen Schulpsychologie und Politische Psychologie eingetreten. Ohne einen starken Verband im Rücken können die fachlichen und berufsständischen Interessen der Psychologie in der Politik keine Beachtung finden."

Evelyn Fuchs, Greifswald, Landesbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern


"Ich bin seit der Wende im BDP, besonders aus der Motivation heraus die Sektion Schulpsychologie zu stärken. Dabei habe ich sowohl die Schulpsychologie im eigenen Bundesland im Blick als auch die Schulpsychologie bundesweit.
Aufgrund der kontinuierlichen Zusammenarbeit der Landesbeauftragten war es mir möglich, negative berufspolitische Entwicklungen im eigenen Bundesland fachlich gut untermauert zu begegnen.
Die  jährlich von der Sektion organisierten Treffen mit den Referenten der Ministerien aller Bundesländer stärkt meiner Ansicht nach unseren Berufsstand und ermöglicht zunehmend ein einheitliches Vorgehen.
Für besonders wertvoll halte ich das erarbeitete Berufsprofil.
Hierin zeigt sich auch, wie wichtig eine enge Verknüpfung der Sektion Schulpsychologie und den verschiedenen Landesverbänden ist.
Nur gemeinsam können berufspolitische Dinge vorangebracht werden.
Die Bundeskongresse bieten erfolgreichen Praktikern ihre Erfahrungen weiter zu geben, sich  mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen vertraut zu machen und diese letztlich in die Praxis umzusetzen.
Die von der Sektion Schulpsychologie organisierten zweijährlichen Bundeskongresse stärken durch die Medienarbeit auch das Berufsprofil in der Öffentlichkeit."


Warum Berufsverband?

Wie war es bei Ihnen, Herr Storath?


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich bin Anfang der 80er Jahre in den BDP eingetreten, weil mir wichtig war,

. fachlich auf dem aktuellen Stand zu bleiben,

. mit KollegInnen anlässlich von Konferenzen wie der    BUKO über berufliche Erfahrungen reflektieren zu können,

. durch die Verbandsinformation zu anderen Sektionen über denTellerrand der Schulpsychologie zu schauen

und

. Arbeitsfelder  wie Schulklimaforschung, Schulentwicklung,qualitative Schulleistungsdiagnostik, Notfallpsychologie etc.

mit Gleichgesinnten zusammen zu erschließen bzw. weiter zu entwickeln.

Meine Mitgliedschaft hat mir nicht nur bzgl. Professionalisierung und Qualitätssicherung geholfen, sondern auch die Möglichkeit gegeben, durch nationale und internationale Kontakte sehr viele KollegInnen kennen und schätzen zu lernen.

Lieber gemeinsam statt einsam!

Erzählen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort von Ihrer Motivation, Sektionsmitglied zu sein.
Überzeugen Sie sie von der Notwendigkeit berufspolitischer Aktivitäten für die Positionierung unseres Berufsstandes in Deutschland!

Mit kollegialen Grüßen

Roland Storath