Wirksame Lehr- und Lernmethoden
Merkmale wirksamer Lehr- und Lernformen
In seinem Artikel "Merkmale wirksamer Lehr- und Lernformen - Versuch einer Synthese von aktuellen Ergebnissen aus Forschung und Praxis" gibt Dr. Vlastimil Polak einen für Lehrerinnen und Lehrer interessanten Einblick in Möglichkeiten Unterricht besser zu gestalten. Hierbei entwickelt er ausgehend von Erkenntnissen der Hirnforschung und Forschungsergebnissen der aktuellen Lernforschung 11 Thesen für besseren Unterricht, erläutert diese u.a. durch Erfahrungen aus der Praxis und gibt Anregungen für den Schulalltag.
11 Thesen guten Unterrichts:
 | Orientierung über den Lernstoff und seine Struktur geben |
 | Vorkenntnisse/Vorwissen aktivieren, berücksichtigen und entsprechend umstrukturieren |
 | Wechselwirkungen zwischen den Unterrichtsinhalten und Unterrichts-, Arbeits- und Organisationsformen berücksichtigen |
 | Lernen und Lehren mit Hilfe von Strategien organisieren und verbessern |
 | Aktivitäten und Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler beobachten und kontrollieren, analysieren und Rückmeldungen geben |
 | Gelegenheit geben, das Gelernte häufig zu üben und anzuwenden |
 | Individuelle Lernvoraussetzungen der Lernenden und Lehrenden berücksichtigen |
 | Aufbau einer positiven Atmosphäre beim Lehren und Lernen fördern |
 | Selbstständiges Lernen ermöglichen |
 | Soziale und kommunikative Komponenten des Lehrens und Lernens beachten |
 | Erforderliche Rahmenbedingungen für den Unterricht sicherstellen |
74 Top Tipps von Mark Fletcher
Bringen Sie etwas "anderes" mit in den Unterricht.
Halten Sie Buntstifte, farbige Kreide etc. bereit.
Benutzen Sie Farben an der Tafel und auf der Flip Chart.
Stellen Sie einen Sack mit Utensilien für Rollenspiele zusammen.
Halten Sie eine lebhafte Kassette bereit.
Halten Sie eine langsame, entspannende Kassette bereit.
Lesen Sie die wichtigsten Aspekte der Stunde zur Musik vor.
Benutzen Sie Visualisierung, um einen Kontext zu schaffen.
Benutzen Sie Mind Maps für Verständnistexte.
Benutzen Sie Mind Maps zum Austausch von Informationen.
Stellen Sie sicher, dass jeder in der Klasse sehen und hören kann.
Richten Sie einen Platz in der Klasse ein, von dem aus Sie Anweisungen geben.
Finden Sie einen Weg Aufmerksamkeit zu erregen ohne Ihre Stimme einzusetzen.
Stellen Sie sicher, dass sich Schülerinnen und Schüler häufig bewegen.
Lehren oder lernen Sie ein wenig Brain Gym.
Sammeln Sie Artikel über das Gehirn als Belege für Ihre Methoden.
Überprüfen Sie Ihre eigenen Lernpräferenzen.
Machen Sie Lernkarten für Fachgebiete.
Suchen Sie Cartoons für Ihr Fach.
Spüren Sie Möglichkeiten für systematische Farbkodierung auf.
Schreiben Sie Ihren Unterrichtsplan in Mind Map-Form auf.
Benutzen Sie auf Ihrem Unterrichtsplan Farben.
Üben Sie das Zeichnen einer Cartoonfigure, die Sie ständig begleitet.
Werden Sie schneller beim Zeichnen grundlegender Figuren.
Nehmen Sie Halsbonbons für Ihre Stimme mit.
Benutzen Sie eine Auswahl bunten Papiers für Handouts.
Eignen Sie sich eine Reihe narrensicherer, positiver Startaktivitäten an.
Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Stunde ohne Eile beenden können.
Entwickeln Sie Wege, ohne Einsatz der Stimme zu korrigieren.
Seien Sie so organisiert wie möglich.
Verbinden Sie jede Stunde mit dem Gesamten.
Denken Sie über Formen der Paar- und Gruppenbildung nach.
Denken Sie daran, Informationen in Form von Geschichten oder Theaterstücken zu präsentieren.
Tun Sie auch die Dinge, von denen Sie sagen, dass Sie sie tun werden.
Stellen Sie die Ergebnisse von Schülerinnen und Schüler ansprechend aus - und wechseln Sie oft.
Vermeiden Sie zu signalisieren, dass Sie Schwierigkeiten erwarten.
Ermutigen Sie zum Brainstorming.
Denken Sie an die Einrichtung und Verschönerung eines Raums.
Machen Sie Standardaktivitäten kommunikativer.
Arbeiten Sie auf eine Schulkultur längerer Unterrichtsstunden hin.
Nutzen Sie Gelegenheiten, Ihre Kolleginnen und Kollegen besser kennen zu lernen.
Entwickeln Sie einen Weg, Schülerinnen und Schülern Wissen über Gehirn und Lernen zu ermitteln.
Schließen Sie sich einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern an, die ähnlich arbeiten wie Sie.
Überprüfen Sie mental, was in Ihrer eigenen Schatztruhe ist.
Legen Sie sich eine eigene Sammlung an Farbstiften, Scheren, Karten, Tesakrepp usw. an.
Atmen Sie vor dem Betreten jedes Klassenraums bewusst tief ein.
Machen Sie Aufwärmübungen für die Stimme auf dem Weg zur Klasse.
Geben Sie Schülerinnen und Schülern regelmäßig etwas zum Auswendiglernen auf.
Legen Sie eine Mappe über Ideen, die funktionieren, an.
Berichten Sie Kolleginnen und Kollegen über interessante Entwicklungen in ihren Fächern.
Schauen Sie nach Berührungspunkten zwischen Ihrem Fach und anderen Fächern.
Versuchen Sie Dinge mit der anderen Hand zu tun (z.B. Zähne putzen).
Setzen Sie sich Ziele für sich selbst bei der Arbeit mit Klassen oder Lernenden.
Machen Sie keine zweistündigen Vorbereitungen oder Korrekturen ohne Pause.
Finden Sie Wege, Ihre Handouts persönlich zu gestalten.
Beteiligen Sie Schülerinnen und Schüler so oft wie möglich an der Unterrichtsgestaltung.
Erinnern Sie sich an den Babouschka-Kuli, wenn Sie sich Stunden nähern, die Sie langweilen.
Lesen Sie wichtige Informationen vor dem Einschlafen.
Schauen Sie sich die Blobbies vor einer Konferenz an. (LINK S.136)
Nehmen Sie sich die Zeit, eine Unterrichtsstunde als inneren Film ablaufen zu lassen und denken
Sie über Änderungen nach.
Entwickeln Sie ein System, Namen schnell zu lernen und benutzen Sie die Namen oft.
Befassen Sie sich mit Sport, Laiendrama, Musik machen.
Hängen Sie zuhause und in der Klasse ein paar Zitate mit positiven Gedanken auf.
Schauen Sie sich ihre Klasse an und identifizieren Sie intrapersonale Intelligenz.
Schauen Sie sich ihre Klasse an und identifizieren Sie einen kinästhetischen Lernenden.
Fragen Sie sich regelmäßig: Was lerne ich hier Neues?
Beobachten Sie (großzügig), was Schülerinnen und Schüler an anderen Lehrern mögen.
Diskutieren Sie akzeptables und unakzeptables Schülerverhalten mit Kolleginnen und Kollegen.
Entwickeln Sie ein phantasievolleres Belohnungssystem.
Seien Sie pünktlich.
Erhöhen Sie die Erfolgserwartungen Ihrer Schülerinnen und Schüler.
Sagen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern, was Sie wollen, das sie tun, und nicht, was Sie nicht wollen.
Überprüfen Sie, ob genügend Sauerstoff in der Klasse ist.
Stellen Sie Wasser bereit.
"Der gute Lehrer in mir bleibt in Kontakt mit dem Gefühl von Engagement für meine eigenen Lernprozesse, um es meinen Schülerinnen und Schülern durch meine Anwesenheit verfügbar zu machen und dieses Gefühl auch in ihnen zu wecken.
Der ineffektive Lehrer in mir verliert den Kontakt zur Energie dieses Engagements, so dass ich müde und erschöpft und meine Schülerinnen und Schüler gelangweilt und unterfordert sind, selbst wenn ich dieselbe Aktivität oder dasselbe Material benutze."
(Adrian Underhill, Präsident der International Association of Teachers of English as a Foreign Language)