Individuelle Zielorientierung und wahrgenommene Klassenzielstruktur im Grundschulalter
M. Finsterwald, A. Ziegler u. M. Dresel, Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 41 (3), 143–152, 2009
Die Studie hat zum Ziel, das Zusammenspiel von individueller Zielorientierung (bei Grundschülern der Klasse 4, N=501, 27 Klassen) und wahrgenommener Klassenzielstruktur zu untersuchen. Dabei streben Personen, die eine (individuelle) Lernzielorientierung aufweisen danach, Ihre Kompetenzen zu erweitern. Im Gegensatz dazu ist die Performanzzielorientierung das Bedürfnis im sozialen Vergleich "gut dazustehen", bzw. das Offenbaren von Schwächen zu vermeiden.
Die wahrgenommene Klassenzielstruktur ist das Ausmaß, "in dem der Kontext das Verfolgen von Lernzielen oder Performanzzielen vorgibt". Zusätzlich dazu wurden drei Facetten des Erlebens der Lern- und Leistungssituation untersucht: Hilflosigkeitserleben, Leistungsangst und schulisches Wohlbefinden.
Im Ergebnis zeigten sich zwischen allen Untersuchten Klassen Unterschiede in allen untersuchten Konstrukten. Eine Ausnahme bildet hier das Konzept der Hilflosigkeit.
Es zeigte sich weiterhin, dass individuelle Lernzielorientierung und wahrgenommene Klassenzielstruktur korrespondieren. Individuelle Lernzielorientierung korrespondiert des Weiteren mit Hilflosigkeitserleben, Leistungsangst und schulischem Wohlbefinden, Klassenzielstruktur hingegen mit Leistungsangst und schulischem Wohlbefinden.
Günstig war eine individuelle Lernzielorientierung, ungünstig waren individuelle Annäherungsperformanzzielorientierung und wahrgenommene Performanzzielstruktur.
Rezension von Denise Pissulla-Wälti
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