Längsschnittliche Effekte von Zielorientierungen auf Dimensionen des beruflichen Belastungserlebens im Lehrberuf
B. Tönjes u. O. Dickhäuser, Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 41 (2), 79–86, 2009
Es wird in zwei Studien untersucht, wie die berufliche Zielorientierung bei Lehrern die Leistungsmangelwahrnehmung und die emotionale Erschöpfung beeinflusst. Bei der Zielorientierung werden dabei Lernzielorientierung (eigene Kompetenzen sollen erweitert werden), Annäherungsleistungszielorientierung (eigene Kompetenzen sollen unter Beweis gestellt werden) und Vermeidungsleistungszielorientierung (eigene Kompetenzmängel sollen kaschiert werden) unterschieden.
Der Leistungsmangelwahrnehmung kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, da angenommen wird, dass die Entwicklung beruflichen Belastungserlebens (=Burnout) mit der Wahrnehmung von Leistungsmängeln beginnt. Demnach ist die emotionale Erschöpfung eine Folge dieses Gefühls der Inkompetenz.
Die Ergebnisse der Studie 1 (N=94 Lehrer) ergaben, dass Vermeidungsleistungszielorientierung einen positiven (längsschnittlichen) Effekt auf die Leistungsmangelwahrnehmung und die emotionale Erschöpfung, während Lernzielorientierung einen negativen Effekt auf die emotionale Erschöpfung hat. Das heißt, dass Lehrer die eine Vermeidungsleistungszielorientierung verfolgen, langfristig gesehen emotionale Erschöpfung empfinden während bei Lernziel-orientierten Lehrern diese Erschöpfung abnimmt.
Durch Studie 2 (N=80 Lehramtsanwärter) konnte gezeigt werden, dass die Vermeidungsleistungszielorientierung ebenfalls einen positiven Effekt auf die Leistungsmangelwahrnehmung und die emotionale Erschöpfung hat, während hier Annäherungsleistungszielorientierung einen negativen Effekt hat.
Rezension von Denise Pissulla-Wälti
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