Elterliche Konflikte und Depressivität Jugendlicher in Trennungsfamilien: Zur Rolle der Triangulation
B. Schwarz, Psychologie in Erziehung und Unterricht, 56, 95–104 (2009)
Es sollte geklärt werden, ob Triangulationsprozesse den Zusammenhang zwischen Depressivität bei Jugendlichen und elterlichen Konflikten mediieren und zusätzlich, ob sich solche Mediationsprozesse in Kernfamilien von denen in Trennungsfamilien unterscheiden.
Dazu wurden ca. 370 Kinder (zu ca. je einem Drittel aus Kernfamilien, Familien mit alleinerziehender Mutter und Familien mit leiblicher Mutter und Stiefvater) untersucht. Dabei wurden Werte für Elternkonflikte, Depressivität der Jugendlichen sowie die Triangulation mit Hilfe vorhandener Tests erhoben und pfadanalytisch ausgewertet.
Im Ergebnis zeigte sich, dass Triangulationsprozesse, die den Zusammenhang zwischen elterlichen Konflikten und Depressivität erklären konnten, in Kern- und Trennungsfamilien ähnlich ausfielen. Waren die Jugendlichen Konfliktursache, empfanden sie familienform-unabhängig mehr Loyalitätskonflikte sowie erhöhten Koalitionsdruck (von Seiten der Eltern) bei höherer Konfliktpersistenz (lang andauernde und unüberwindbare Konflikte). In Kernfamilien war der Zusammenhang zwischen Depressivität und Loyalitätskonflikten stärker, in Trennungsfamilien hingegen der zwischen Depressivität und Koalitionsdruck. In Kernfamilien korrelliert darüber hinaus die Tatsache, dass das Kind Konfliktursache ist, direkt mit dessen Depressivität, was die Vermutung nahe legt, dass es in Trennungsfamilien weitere, hier nicht untersuchte, Korrelate diesbezüglich gibt, da dort die Depressivitätsraten vergleichbar sind.
(Rezensiert von Denise Pissulla-Wälti)
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