Schulverweigerung und psychische Störungen: Merkmale von schulverweigernden Kindern und Jugendlichen und ihren Familien einer kinder- und jugendpychiatrischen "Schulverweigererambulanz"

M. Knollmann, K. Al-Mouhtasseb u. J. Hebebrand, Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 58, 434–449 (2009)

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Art und Häufigkeit psychischer Störungen bei Schulverweigerern sowie deren individuelle und soziale Charakteristika. Gewonnen wurden die Daten von insgesamt 89 Patienten durch Auswertung von Arztbriefen einer kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz ( Spezialambulanz für Schulverweigerer-Universität Duisburg-Essen).

Ein Schwerpunkt der Studie dabei die Aufklärung der Unterschiede zwischen Schulverweigerern mit der Diagnose einer Emotionalen Störung, Schulschwänzern mit der Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens sowie Patienten mit einer gemischten Symptomatik.

Die hier berichteten Formen des Absentismus werden als Folge von psychischen Belastungen, wie Trennung der Eltern, Arbeitslosigkeit oder körperlicher bzw. psychischer Erkrankungen angesehen. Als weitere verbindende Merkmale nennen die Autoren mangelnde Integration in soziale Gruppen sowie Mobbing. Die beobachteten psychischen Störungen gehen ebenfalls damit einher.

Fehlende Standardisierung sowie Unvollständigkeiten bei der Patientenbefragung senken einerseits die Reliabilität der Ergebnisse, führten andererseits allerdings zu Veränderungen bei der Datenerfassung in der Schulverweigererambulanz.

Insgesamt können die Autoren aufgrund Defiziten in der Operationalisierung ihre eingangs formulierte Fragen nicht abschließend beantworten.


Rezension von Denise Pissulla-Wälti




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