Globale Krisen

Empfehlungen zum Umgang mit globalen Krisen bei Kindern

Angesichts der aktuellen Schreckenbilder aus Japan fragen sich Eltern, Lehrer und Erzieher, ob und wenn ja, wie sie diese mit Kindern und Jugendlichen besprechen sollen, oder ob es möglicherweise doch besser ist, Kinder so lange wie möglich davon fern zu halten.
Bei globalen Krisen, wie z.B. aktuell der Atomkatastrophe in Japan, wäre es wünschenswert, dass Schüler nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule die Möglichkeit haben, ihre Fragen und Sorgen zu besprechen. Kinder aller Altersklassen werden mit den erschreckenden Bildern, bzw. Videos im Fernsehen, in Zeitungen und im Internet konfrontiert. Die Bilder lösen – nicht nur bei Kindern – Unsicherheit, Angst und Sprachlosigkeit aus.

Unser Rat an Lehrer lautet, zunächst die eigenen Fragen und Gedanken zu ordnen und einigermaßen aktuell über die Sachlage informiert zu sein. Sinnvoll ist es auch, das Thema mit der Schulleitung, im Kollegium oder mit einzelnen Kollegen zu besprechen. Generell gilt, dass genug Raum und Zeit in der Schule zur Verfügung gestellt werden sollte, das Thema altersgerecht mit den Schülern zu bearbeiten. Die eigene Betroffenheit zu signalisieren ist ein guter erster Schritt, um sich dann gemeinsam mit der Thematik auseinanderzusetzen. Je älter die Schüler sind, desto mehr profitieren sie von einer sachlichen Analyse des Geschehenen, aber auch jüngere Kinder brauchen kindgerechte, sachliche Erklärungen. Ein Elternbrief, oder ein Elternabend, um die Vorgehensweise mit den Eltern abzustimmen, oder sie zumindest zu informiere, kann hilfreich sein.

Unsere Empfehlungen an die Eltern lauten:
· Schauen Sie die Nachrichten mit ihren Kindern gemeinsam, achten Sie dabei unbedingt auf altersangemessene Angebote, z.B. Logo für die jüngeren Kinder.
· Sprechen Sie mit ihren Kindern über die Eindrücke und die Gefühle, die ausgelöst werden und versuchen Sie offene Fragen zu klären.
· Drücken Sie ihre eigene Erschütterung ruhig aus – Kinder nehmen sie häufig ohnehin wahr.
· Schalten Sie Fernseher, Radio und Internet zwischendurch bewusst aus! Eine ständige Infoflut tut weder Ihrem Kind noch Ihnen gut.
· Ermöglichen Sie ihrem Kind auch dadurch, zwischendurch fröhlich und ausgelassen zu sein, gerade Jugendliche können durch so großes Leid stark beeindruckt sein.

Auch bei Jugendlichen, die sich vielleicht das erste mal mit hochkomplexen Fragen wie Nutzen und Gefahren von Kernkraft aktiv auseinander setzen, ist es wichtig, aufkommende Ängste ernst zu nehmen. Eine sachliche Auseinandersetzung statt medialer Emotionalität hilft, einige Dinge ins rechte Licht zu rücken.

Nina Semrau, Anuschka Oetz, Christiane Federlin
Köln, 24.03.2011